Drei Fragen an Anna Alicia Kier

Drei Fragen an Anna Alicia Kier

Frage 1: Welche Rolle spielt IT im CSR-Management und der CSR-Kommunikation von Aldi Süd, insbesondere im Hinblick auf wachsende Berichtsanforderungen? 

Kier: IT bietet als Tool zur Konsolidierung verschiedenster Datenquellen neue Möglichkeiten, Datenpunkte zu verknüpfen und gemeinsam auszuwerten. Gleichzeitig sorgt eine stärkere Nutzung von IT-Lösungen dafür, skalierbare Methoden zu etablieren. So können wir den wachsenden Anforderungen am besten gerecht werden. Bei uns gibt es eine enge Zusammenarbeit zwischen CR und IT-Abteilungen, um zukunftsfähig zu bleiben.  Wir verfolgen ein gemeinsames Ziel als Unternehmen und der Austausch über Prozesse und Strategien im CSR-Kontext reflektiert diesen Ansatz.  

Frage 2: Welche Herausforderung bei der Datengenerierung und -analyse sehen sie basierend auf ihren internen Erfahrungen, damit das CSR-Management und die CSR-Kommunikation sinnvoll unterstützt werden können? 

Kier: Bei IT-Landschaften, die sich über mehrere Länder und Kontinente erstrecken gibt es oft nationale Besonderheiten und spezielle Systeme, die unterschiedliche KPIs erheben bzw. sie anders definieren. Für internationale Reportings über die gesamte ALDI Süd Gruppe besteht die größte Herausforderung meiner Meinung nach darin, diese Daten zu vereinheitlichen und sicherzustellen, dass wir unseren CR Abteilungen verlässliche Daten zur Verfügung stellen können, gerade in Hinblick auf gesetzliche Anforderungen.  

Frage 3: Welche Chancen und Herausforderungen sehen sie für die zukünftige CSR-Kommunikation in einem zunehmend digitalisierten, regulierten und Daten-basierten Umfeld? 

Kier: Es wird hoffentlich einfacher für Konsumenten, die Nachhaltigkeitsstrategien und Performance verschiedener Unternehmen miteinander zu vergleichen. Zusätzlich macht es die Relevanz/ Wichtigkeit von Nachhaltigkeit deutlich und Man kann die Themen einfacher bei den Lieferanten platzieren, da auch für sie Nachhaltigkeit an Relevanz zunimmt. Die gesetzlichen Anforderungen setzen Berichterstattungen voraus, für die im Zweifelsfall noch keine Daten erhoben wurden. Hier müssen dann schnell KPIs und Methoden zur Datenerhebung entwickelt werden. Gerade bei Weiterentwicklungen von IT-Systemen besteht hier die Herausforderung darin, die Systeme zeitnah durch neue Features oder externe Schnittstellen zu erweitern. 

Anna Alicia Kier ist Referentin im Workshop IT Unterstützung & Reporting

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Drei Fragen an Dr. Beate Gebhardt

Drei Fragen an Dr. Beate Gebhardt

Frage 1: Welche Ziele verfolgen Veranstalter von Nachhaltigkeitswettbewerben und was bedeutet dies für die Unternehmen, die an den Wettbewerben teilnehmen möchten? 

Dr. Gebhardt: Das Ziel vieler Vergabeinstitutionen ist es, Unternehmen eine Plattform zu geben ihre besonderen Nachhaltigkeitsleistungen darzustellen. Mit der Verleihung eines Nachhaltigkeitsawards möchten sie den unternehmerischen Beitrag zur Nachhaltigkeitstransformation belohnen und andere Unternehmen zur Nachahmung anregen. Einen Preiserhalt können Unternehmen medienwirksamer kommunizieren als Zertifizierungen oder andere Nachweise ihrer Nachhaltigkeits-Performance. 

Viele unterschiedliche Nachhaltigkeitswettbewerbe bedeuten jedoch auch viele unterschiedliche Ziele. Und nicht jedes Ziel wird mit gleich hohen Maßstäben verfolgt oder umgesetzt. Die Spannweite der Anforderungen von Nachhaltigkeitswettbewerben ist sehr groß. Angesichts von über 150 Nachhaltigkeitswettbewerben und über 500 Preiskategorien, dies sich – pro Jahr – an Unternehmen richten, bedeutet dies für Unternehmen vor allem wenig Übersichtlichkeit, welche Wettbewerbe es gibt und welche für sie geeignet sein könnten. Transparenz, Zugang und Glaubwürdigkeit sind die zentralen Herausforderungen für Unternehmen – und der Maßstab für hochwertige Nachhaltigkeitswettbewerbe.   

Frage 2: Welche Erfolgsfaktoren gibt es bei der Teilnahme an Nachhaltigkeitswettbewerben? 

Dr. Gebhardt: Häufige Gewinner von Nachhaltigkeitsawards sind große, verbraucherorientierte Unternehmen, die gut vernetzt in Verbänden sind und Mut zur öffentlich kommunizierten Nachhaltigkeitsorientierung zeigen. Zu kurz kommen die vielen kleinen Unternehmen – zu Unrecht meinem Eindruck nach. Eine professionelle Bewerbung, bei der die Nachhaltigkeitsleistungen für Dritte verständlich dargestellt werden und deren Besonderheit nachvollziehbar ist, sollte bei Selbstbewerbungen selbstverständlich sein. Wer bereits über Nachhaltigkeit kommuniziert oder einen Nachhaltigkeitsbericht erstellt hat, kann besser von Veranstaltern und Juroren wahrgenommen werden. Wer bereits Daten und Narrative über die eigenen Nachhaltigkeitsleistungen zusammengetragen hat, kann dies auch in einen Nachhaltigkeitswettbewerb einbringen. Die Teilnahme an einem Nachhaltigkeitswettbewerb ist ja nicht der erste Schritt eines Unternehmens, sondern flankiert die Nachhaltigkeits-Reise. Ein erfolgsversprechender Geheimtipp ist es, einen Plan zu erstellen, der nachhaltigkeitsrelevante Schritte oder Projekte im Unternehmen mit der Teilnahme an Wettbewerben verknüpft. Übersicht über die CSR-Awards Landschaft in Deutschland gibt ab Herbst 2022 unser neuer CSR-Award-Finder, der Interessierten interaktiv hilft geeignete Nachhaltigkeitswettbewerbe zu finden.  

Frage 3: „The winner takes it all!“ Wie können Unternehmen, die dann doch nicht ausgezeichnet wurden, dies für ihre Kommunikation – intern und/oder extern – positiv nutzen?

Dr. Gebhardt: Nachhaltigkeitswettbewerbe sind sowohl Teil der Nachhaltigkeitskommunikation als auch der Nachhaltigkeitsbewertung.  Sich mehrmals zu bewerben, bevor man dann den Preis gewinnt, oder bei kleineren, regionalen Wettbewerben zu beginnen, ist nicht unüblich. Letztlich geht es darum, was Unternehmen als „Gewinn“ verstehen wollen. Dies ist oft viel mehr als ein erster Platz und eine überreichte Trophäe. Ein umfassendes Feedback der Vergabeinstitution wird von Unternehmen sehr geschätzt. Sie können ihre Nachhaltigkeits-Performance daran spiegeln und daraus lernen.  

Dr. Beate Gebhardt ist Referentin im Workshop Preise und Rankings in der CSR Kommunikation

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Drei Fragen an Dr. Günther Bachmann

Drei Fragen an Dr. Günther Bachmann

Frage 1: Kaum ein Begriff polarisiert in der Nachhaltigkeitsdiskussion so wie der Begriff „Wachstum“. Sind „qualitatives“ oder „nachhaltiges“ Wachstum nur Worthülsen oder eine echte Alternative? Wie beurteilen Sie das? 

Dr. Bachmann: Das erste Problem ist wohl, dass die Polarisierung ein Binnenereignis der Nachhaltigkeitsscene ist, während sich der Mainstream mühelos mit dem traditionellen Wachstumsbegriff zufriedengibt. Wir sind mit Alternativen noch nicht durchgedrungen, wohl auch weil das Moralische oft das Praktische verdrängt. So wird alternatives Wachstum immer noch mit der unzureichenden Zahlenwelt der Volkswirtschaftslehre berechnet, obwohl doch offensichtlich ist, dass die finanziellen Kennziffern nicht die Wahrheit über Ökologie und Soziales sagen. Mitunter überzeugen sie nicht einmal in ihrer Kernkompetenz, dem Ökonomischen. Fossiles Wachstum ist unechtes Wachstum und unendliches Wachstum gibt es nicht. Alternativen müssen echt wachsen.  

Frage 2: Die nachhaltige Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft ist eine Aufgabe, deren Erfolge nur in der Langfristperspektive sichtbar werden. Die individuellen Anpassungsmaßnahmen müssen dagegen kurzfristig erfolgen. Wie kann Politik Menschen dazu bewegen, mitzumachen und sich nicht gegen Veränderungen zu wehren? 

Dr. Bachmann: Ich zweifle immer reflexartig an „nur“-Formeln. Hier auch. Wir erleben doch gerade kurzfristige Veränderungen. Warum sollen die nicht auch für die Transformation im Prinzip möglich sein? 

Frage 3: Im Frühsommer ist viel über den Kommunikationsstil von Wirtschaftsminister Robert Habeck geschrieben worden. Wie sollten Politiker:innen mit ihren Wähler:innen über kurzfristige Unbequemlichkeiten bei der Erreichung langfristiger Ziele sprechen? Oft scheinen sie Angst davor zu haben. 

Dr. Bachmann: Al Gore konfrontierte die Menschen mit „unbequemen Wahrheiten“. Das war noch weitgehend ohne große Folgen, weil es weit weg schien. Heute ist das nah dran und die Sache wird noch unbequemer. Wer so etwas nicht ausspricht, wird verlieren. Wo Angst zu befürchten ist, muss man mit Hoffnung und Gemeinsamkeit reagieren. Wer so etwas versucht, hat die Menschen auf seiner Seite. Sie oder er darf ihnen nur halt nichts vormachen und muss sich selbst mit ins Bild nehmen. Und man muss einbeziehen, dass das, was eben noch außergewöhnlich, herausfordernd, unbequem war, schnell als normal gilt. Oft schneller als man denkt. Die eigentliche Hürde ist die Veränderung der Bezugsgrößen. Das shifting baseline kann positiv wie negativ ins Gewicht fallen. Es ist gut, das zu verstehen und nutzen zu wollen. 

Dr. Günther Bachmann hält die Keynote zum Empfang im Friedenssaal im Rathaus Osnabrück.

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CSR-Kommunikationskongress 2022: Jetzt anmelden!

CSR-Kommunikationskongress 2022: Jetzt anmelden!

Ab sofort ist die Anmeldung zum 5. CSR-Kommunikationskongress am 3. und 4. November in Osnabrück freigeschaltet. Zwei Tage lang wird es im November im DBU Zentrum für Umweltkommunikation um Nachhaltigkeits- und CSR-Kommunikation gehen. Auf dem Programm stehen unter anderem die CSR-Berichterstattung im Zeichen der neuen EU-Richtlinie, die EU-Taxonomie, CSR in der internen Kommunikation, IT-Unterstützung und Datenverarbeitung in der CSR, Bildsprache in der Nachhaltigkeitskommunikation und viele weitere Themen. Das Programm setzt auch in diesem Jahr auf die bewährte Kombination aus Workshops, Keynotes und ausreichend Zeit für den persönlichen Austausch

Der CSR-Kommunikationskongress ist die einzige Veranstaltung im deutschsprachigen Raum mit Fokus auf Nachhaltigkeitskommunikation. Er findet in diesem Jahr zum 5. Mal statt. Veranstalter ist das Deutsche Netzwerk Wirtschaftsethik (DNWE) in Partnerschaft mit der Deutschen Public Relations Gesellschaft (DPRG), dem Unternehmensnetzwerk für nachhaltiges Wirtschaften – B.A.U.M. und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt. Organisiert wird er von einem engagierten Team von fünf ehrenamtlich aktiven Nachhaltigkeitsexperten aus den Trägerorganisationen.

Ein Klick bringt Sie direkt zur Anmeldung. Eine Übersicht über das Programm gibt es hier.

 

CSR-Kommunikationskongress 2022: Jetzt anmelden!

Der Rahmen für das Programm 2022 steht

Der Rahmen für den 5. CSR-Kommunikationskongress am 3. und 4. November steht. Ab Mitte Juli startet die Anmeldung. Regelmäßige Gäste finden den bewährten Mix des Kongresses aus Keynotes, Workshops und Paneldiskussionen wieder. Auch in diesem Jahr wird es den traditionellen Empfang im Friedenssaal des Rathauses in Osnabrück geben. Neu ist hingegen ein „Crashkurs“ CSR-Kommunikation am Vormittag des 3. Novembers für alle, die einen kompakten Einstieg in das Thema suchen. Werfen Sie einen ersten Blick auf die Programmübersicht.

 

Vorbereitung für den CSR-Kommunikationskongress 2022 läuft

Vorbereitung für den CSR-Kommunikationskongress 2022 läuft

Die Vorbereitung des CSR-Kommunikationskongresses 2022 am 3. und 4. November läuft auf Hochtouren. Traditionsgemäß findet er im DBU Zentrum für Umweltkommunikation in Osnabrück statt. Eckpunkte des Programms stehen bereits fest. Zur Zeit arbeitet das Kongress-Team an der Detailplanung. Das Team freut sich über Anregungen und Anfragen potentieller Sponsoren.